Sonnenstrom vom Parkplatz

Veröffentlichungsdatum19.08.2026Lesedauer4 MinutenKategorienEferdinger Land, Energiegenossenschaft
Ansicht PV-Carports

PV-Carports beim Bezirksalten- und Pflegeheim Hartkirchen in Betrieb

20 Stellplätze, 70,5 kWp Photovoltaik und rund 62.000 kWh Sonnenstrom pro Jahr

Was über längere Zeit entwickelt, geplant, abgestimmt und genehmigt wurde, ist nun Realität: Die neuen PV-Carports beim Bezirksalten- und Pflegeheim Hartkirchen sind in Betrieb. Zehn Carports bieten insgesamt 20 überdachte Stellplätze. Auf ihren Dächern erzeugt eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 70,5 kWp künftig rund 62.000 kWh Sonnenstrom pro Jahr.

Rund 90 Prozent der erzeugten Energie können direkt im Altenheim genutzt werden. Damit kommt ein großer Teil des Sonnenstroms unmittelbar dort zum Einsatz, wo er produziert wird. Das reduziert nicht nur den Bedarf an extern bezogenem Strom, sondern auch die laufenden Energiekosten des Altenheims.

„Heute sehen wir vor allem das fertige Bauwerk. Was man nicht sieht, sind die vielen Schritte, Abstimmungen und Entscheidungen, die notwendig waren, damit aus einer Idee tatsächlich eine funktionierende Anlage werden konnte“, sagt Susanne Kreinecker, Obfrau der Energiegenossenschaft Region Eferding. „Umso größer ist die Freude, dass wir dieses Projekt nun gemeinsam realisieren konnten.“

Zusammenarbeit als Schlüssel zum Erfolg

Dass die PV-Carports heute stehen, ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit vieler Beteiligter. Der Sozialhilfeverband Eferding (SHV) brachte die Idee für die Anlage ein und stellte in seinen Gremien die notwendigen Weichen für die Umsetzung. Die Energiegenossenschaft Region Eferding eGen übernahm die Projektentwicklung und die Realisierung.

„Bei einem Projekt wie diesem geht es nicht nur um die technische Umsetzung. Es braucht viele Abstimmungen, Genehmigungen und manchmal auch die Bereitschaft, für unerwartete Herausforderungen Lösungen zu finden“, so Kreinecker.

Ihr besonderer Dank gilt SHV-Obmann Mag. Christoph Schweitzer MBA und Geschäftsstellenleiterin Renate Kienesberger sowie Vorstandsmitglied der Energiegenossenschaft und Energieberater Ing. Herbert Pölzlberger MSc, der das Projekt für die Energiegenossenschaft entwickelt und die Bauabwicklung organisiert hat. Ebenso wichtig waren die gute Zusammenarbeit mit den Nachbarn, der Diözese Linz, dem Land Oberösterreich und der Gemeinde Hartkirchen.

Allein bis zum gültigen Baubescheid waren zahlreiche – teilweise unerwartete – Einzelschritte notwendig. Und auch bei der Errichtung selbst war Durchhaltevermögen gefragt: In jener Woche, in der die Carports aufgestellt und die PV-Module montiert wurden, kletterten die Temperaturen deutlich über 30 Grad. Den ausführenden Firmen gilt daher ein besonderer Dank für die professionelle Umsetzung unter anspruchsvollen Bedingungen.

Die 20. Energieanlage der Energiegenossenschaft Region Eferding

Mit den PV-Carports in Hartkirchen hat die Energiegenossenschaft Region Eferding eGen ihre mittlerweile 20. Energieanlage umgesetzt.

Die Genossenschaft wurde 2012 mit dem Ziel gegründet, investive Energieprojekte in der Region zu ermöglichen und gemeinsam mit Gemeinden, Verbänden und Bürger umzusetzen.

Die Grundidee ist bis heute dieselbe: Photovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden und Einrichtungen errichten, ohne dass die öffentliche Hand dafür das notwendige Investitionskapital selbst aufbringen muss. Die Nutzung der Dächer bzw. Flächen wird vertraglich geregelt, die Finanzierung erfolgt über die Energiegenossenschaft und damit unter Beteiligung der Bürger der Region. Nach Ablauf der vereinbarten Vertragslaufzeit gehen die Anlagen in das Eigentum der jeweiligen Gemeinde bzw. des Verbandes über.

Auch die neue Anlage in Hartkirchen folgt diesem Modell: Die PV-Carports werden von der Energiegenossenschaft Region Eferding betrieben und an den SHV Eferding verpachtet.

„Wir sind heute noch stolz darauf, dass wir diese Genossenschaft 2012 gegründet haben. Damals war es keineswegs selbstverständlich, dass eine solche Struktur funktioniert. Heute zeigt sich, wie wertvoll sie für die Region ist: Wir können gemeinsam mit Gemeinden und Verbänden konkrete Energieprojekte umsetzen und damit regionale Wertschöpfung und Klimaschutz miteinander verbinden“, sagt Kreinecker.

Das gesamte Investitionsvolumen für die PV-Carports inklusive Projektentwicklung und Genehmigung beträgt etwas mehr als 115.000 Euro. Für die Umsetzung konnten Bundes- und Landesförderungen lukriert werden.

Mehr als eine Photovoltaikanlage

Die neuen PV-Carports sind mehr als eine zusätzliche Photovoltaikanlage. Sie verbinden erneuerbare Energie, regionale Zusammenarbeit und einen konkreten praktischen Nutzen vor Ort.

„Die Anlage zeigt sehr schön, was möglich ist, wenn unterschiedliche Partner zusammenhelfen: Der SHV stellt die Fläche zur Verfügung, die Energiegenossenschaft übernimmt Entwicklung, Finanzierung und Betrieb, Förderungen unterstützen die Investition – und am Ende entsteht eine Anlage, die über viele Jahre Sonnenstrom für das Altenheim produziert – somit eine vielfache ökologische und ökonomische Win-Win-Situation“, freuen sich Obmann Mag. Christoph Schweitzer und GSt.-Leiterin Renate Kienesberger.

„Nebenbei profitieren Mitarbeiter und Besucher von überdachten Stellplätzen. Für uns ist das ein gelungenes Beispiel dafür, wie regionale Energieprojekte funktionieren können: Sonnenstrom wird dort erzeugt, wo er gebraucht wird, die Wertschöpfung bleibt in der Region und aus einer gemeinsamen Idee wird langfristig ein konkreter Nutzen“, begrüßt Heimleiterin Sabine Jäger die neue Anlage.

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Die Vorstandsmitglieder des Sozialhilfeverbandes Eferding, SHV-Obmann Mag. Christoph Schweitzer MBA, Bgm. Andreas Hinterberger, Bgm. Mario Hermüller, Bgm. Wolfgang Kreinecker, die GSt.-Leiterin Renate Kienesberger und Heimleiterin Sabine Jäger haben gemeinsam mit der Obfrau der Energiegenossenschaft Region Eferding eGen, Susanne Kreinecker und Vorstandsmitglied und Energieberater Ing. Herbert Pölzlberger MSc die fertige Anlage besichtigt.